|
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Niesky das führende Zentrum des
modernen Holzhausbaus. Hier war bis 1945 der Firmensitz der Christoph
& Unmack A.G.,
Europas größter und innovativster Firma für industriell
vorgefertigte Holzbauten.
Die Angebotspalette umfasste den privaten
und kommunalen Wohnungsbau sowie öffentliche Bauten,
ingenieurtechnische Konstruktionen
und Hallenbauten.
Der Absatzmarkt war weltweit ausgerichtet.
Mit dem Slogan
„Preiswert – Dauerhaft – Wärmedämmend – Zweckmäßig - Modern“ warb die
Firma für ihr vielfältiges Angebot der in Serie gefertigten
Typenbauten.
Diese
wurden in speziellen Musterhauskatalogen sowie auf Messen und
Ausstellungen angeboten und dem Käufer innerhalb von wenigen Wochen
schlüsselfertig übergeben. Das werkseigene Architekturbüro
konstruierte fast alle der angebotenen
Bauten
selbst,
für besondere
Aufträge und
Messeprojekte arbeitete C&U auch mit namhaften Architekten zusammen.
Hans Scharoun, Henry van de Velde, Albinmüller, Hans Poelzig, Fritz
Breuhaus entwickelten Projekte für die Nieskyer Firma.
Niesky gilt auch heute noch als
Musterstadt
für den modernen Holzbau der
Weimarer
Zeit. In diesen Jahren entstanden hier Wohnbauten für die
Mitarbeiter
des Werkes
sowie öffentliche Gebäude, die gleichzeitig als
Musterhäuser dienten.
Fast 100 Holzfertighäuser sind noch heute weitgehend in ihrer
Originalsubstanz erhaltenen und befinden sich in Nutzung.
Die Bauten
wurden in unterschiedlichen Konstruktionsweisen errichtet. Sie zeigen
die technischen Möglichkeiten dieser
Zeit und ermöglichen einen hervorragenden Überblick über die breite
Palette und den Stand der technischen und architektonischen
Entwicklung des beginnenden industrialisierten Holzbaus. Sie sind
gleichzeitig ein beispielhaftes Zeugnis aus den Anfängen des
Fertighausbaus. Die vier Werksiedlungen sind durch ein Leitsystem
erschlossen. Museum und Touristinformation halten weitere
Informationen, Dokumentationen und Ausstellungen bereit. |